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Hellmut von Leipzig: Rommels Fahrer war der wahre Wüstenfuchs

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Der Sand war immer da, überall.Er kroch durch den schmalen Spalt unter der Tür, wehte herein durch das offene Fenster, legte sich in die kleinen Falten unter dem Auge, rieselte am Abend aus den Stiefeln, bis sich auf dem Boden des Wohnzimmers ein Häuflein gebildet hatte, das aussah wie eine Miniatur der Dünen, die nicht weit entfernt von der Stube der Eltern begannen.Die Wüste, Namib heißt sie, lag gleich hinter dem Zaun der Farm.Hellmut von Leipzig ist mit ihr aufgewachsen, damals in Keetmannshoop, einer staubtrockenen Stadt im Süden Namibias, an der sich die Straßen nach Windhoek und Lüderitz treffen, tatsächliches Nirgendwo.Ist dort groß geworden, 20er-Jahre des 20.Jahrhunderts, das Land gerade nicht mehr Deutsch-Südwest, gerade keine Kolonie mehr.Hinter ihm das Nichts, vor ihm die Front In der Wüste hat er gelernt, sich durch Hitze zu bewegen, wie andere Kinder das Schwimmen lernen.Und auf der Farm der Eltern lernte er schließlich, gerade sieben Jahre alt, mit dem Opel des Vaters, Vierradantrieb, das Gesicht kaum über dem Lenkrad, den Sand zu verstehen, seine Bewegungen, seine Launen.Und deshalb stand er, Jahre später, am anderen Ende des afrikanischen Kontinents, in einer anderen Wüste, nun in den Händen ein Lenkrad der Wehrmacht, an den Ausläufern eines Minenfelds.Hinter ihm das Nichts, vor ihm die Front und neben ihm ein General, den Winston Churchill später als größten Feldherrn der Deutschen bezeichnen sollte.Und der General schaute auf das Feld, den Tod im Boden, und fragte: Schaffen wir das? Und Hellmut von Leipzig, der den Sand kannte, aber die Angst nicht, sagte: Ja, wir schaffen das.Dann legte er den Gang ein und fuhr los.Hier entfliehen deutsche Rentner dem Winter Mehr als 70 Jahre sind seitdem vergangen, und Hellmut von Leipzig hat einen Krieg gesehen und die Apartheid erlebt, einen Unabhängigkeitskampf und einen Jahrtausendwechsel.Nun sitzt er, die Hände auf den Rädern seines Rollstuhls, wieder im Sand von Namibia, etwas weiter nördlich, etwas außerhalb der Hauptstadt Windhoek.94 Jahre alt, lebt er dort zusammen mit seiner Frau auf einer ehemaligen Rinderfarm, die heute sein Ruhesitz ist.Ein Altersheim im Nichts, mit dem Blick über die Ebene und mit einer Sonne, die durch die Haut fährt und die Knochen wärmt.Ein Dorf, in dem alte Deutschnamibier, die sich selbst noch immer stolz Südwester nennen, in die Ewigkeit blinzeln und deutsche Rentner dem deutschen Winter entfliehen.Hellmut von Leipzig hat sich hier eingerichtet.An die Wand neben der Schlafzimmertür hat er drei Bilder gehängt.Eines zeigt seinen Bruder, auf einem ist Friedrich der Große zu sehen - und auf dem dritten jener Mann, mit dem er damals hinein ist ins Minenfeld.Erwin Rommel, der Wüstenfuchs.Hellmut von Leipzig war sein Gefechtsfahrer in Nordafrika.Die beste Zeit meines Lebens, sagt er und entgegnet auf die Frage, ob er nicht ein bisschen was erzählen wolle aus dieser Zeit: Sehr gern, solange mich die Beine noch tragen.Klopft dabei, ein großer Scherz, auf seinen Ro
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